Für die internationalen Aktienmärkte war das Jahr 2006 ein durchwegs gutes: Alle großen europäischen Börsen verbuchten zweistellige Zuwachsraten, wobei Madrid mit einem Plus von 30% den Spitzenplatz einnahm. Aber auch der deutsche DAX machte mit einem Kursgewinn von 22% auf sich aufmerksam. Und der Londoner Leitindex FTSE 100 markierte mit 6.260 Punkten den höchsten Kursstand seit Anfang 2001. In den USA eilte der Dow Jones von einem Rekordstand zum nächsten und wies in Summe einen Zugewinn von 16% aus.
Ähnlich die Situation in Österreich: Nach den Rekordjahren 2004 und 2005 konnte die Wiener Börse erneut eine überaus positive Bilanz ziehen. Eine Reihe von Börsegängen und Kapitalerhöhungen brachte einen Kapitalzufluss von 11,87 Mrd. € – das ist ein neuer Höchstwert nach 6,6 Mrd. € im Jahr 2005. Die Marktkapitalisierung stieg um rund 36% auf den historischen Höchststand von 145,8 Mrd. €. Besonders dynamisch entwickelten sich auch die monatlichen Handelsumsätze. Sie erhöhten sich bis Ende November um 74% und liegen aktuell bei
10,6 Mrd. €. Der ATX konnte mit einem Plus von 21,7% zwar nicht an die Performance der Vorjahre anschließen, steht im internationalen Vergleich aber dennoch ausgezeichnet da. Wesentlicher Motor dieser Entwicklung ist das Engagement und die Entwicklung jener Emittenten, die in Osteuropa aktiv sind. Dies betrifft 95% aller im ATX vertretenen Unternehmen.
Der Immobilien-Index EPRA (NAREIT Europe) kletterte im vergangenen Jahr von 2.069,16 auf 3.000,23 Punkte und setzte damit seinen – seit 2002 anhaltenden – Höhenflug mit einer Steigerung von 45% weiter fort. Verantwortlich dafür waren zum einen das gute konjunkturelle Umfeld, die allgemeine Zinsentwicklung und die Belebung des Arbeitsmarktes, insbesondere der unverkennbare Trend zur Dienstleistungsgesellschaft. Zum anderen performten die Immobilienunternehmen überdurchschnittlich stark. Wesentlich war vor allem die Wertsteigerung der Immobilien, die einerseits aus der „yield compression“, andererseits aus steigenden Mieterlösen pro Quadratmeter, die in Zentral- und Osteuropa zunehmend beobachtet werden konnten, hervorging.
Dieser Trend fand auch in Österreich Bestätigung. So gab es unter den heimischen Immobilien-Gesellschaften 2006 einen regelrechten Wettlauf um die Anlegergunst. Insgesamt zehn Kapitalerhöhungen bzw. IPOs (inklusive Mehrzuteilungsoption) wurden vergangenes Jahr realisiert und brachten den Emittenten rund 5,25 Mrd. €.
Der Immobilien-ATX legte 2006 in Folge um 23,57% zu. In Summe betrug die Marktkapitalisierung aller heimischen Immobilienwertpapiere rund 30,03 Mrd. €. Davon entfielen 21,18 Mrd. € auf Immobilienaktien, 8,24 Mrd. € auf Immobilienfonds und die restlichen 600,8 Mio. € auf Immobiliengewinnscheine. Der Anteil aller Immobilienwertpapiere an der gesamten Börsekapitalisierung der Wiener Börse belief sich auf 19,74%, der Anteil der Immobilienaktien am gesamten Handelsvolumen 13,92%.